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Kundenveranstaltung der Reclay Österreich

„Happy New Year – Willkommen im Wettbewerb“ hieß es am 23. September 2014 im Hotel Sofitel Stephansdom in Wien. Genau 100 Tage vor Beginn der Marktliberalisierung im Bereich Haushaltsverpackungen informierte die Reclay Österreich GmbH Kunden und Interessenten umfassend über alle Neuerungen ab 2015 sowie die Vorteile eines monopolfreien Marktes.

Nach einer kurzen Begrüßung durch die beiden Geschäftsführer der Reclay Österreich GmbH, Dr. Christian Keri und Mag. Walter Tanzer, begann der direkte Einstieg in die fachlichen Vorträge. Rechtsanwalt Dr. Bernhard Hüttler von der Kanzlei Onz, Onz, Kraemer, Hüttler gab umfassende Einblicke in „Die neue Verpackungsverordnung und ihre Auswirkungen“. Er legte die wesentlichen Ziele der Reform dar und informierte ausführlich über die neuen Inhalte wie beispielsweise die Abgrenzungskriterien zwischen Haushalts- und gewerblichen Verpackungen, die Systemteilnahmepflicht bei Haushaltsverpackungen sowie die monatliche Berechnung der Marktanteile der Sammel- und Verwertungssysteme.

Dass nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa „der Trend klar Richtung Wettbewerb geht“, zeigte Dr. Fritz Flanderka, Geschäftsführer der Reclay Group, in seinem Vortrag „Verpackungsrücknahme im Wandel – der europäische Weg zur Marktliberalisierung“ auf. Europa profitiere aufgrund des Wettbewerbs von geringeren Kosten und höheren Recyclingquoten sowie Innovationen in der Recyclingtechnologie.

Im Zentrum der sich anschließenden Podiumsdiskussion standen die Themen Preise und Preisvorgaben sowie die Rückstellungen der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) in Höhe von mehr als 70 Millionen Euro.

Den Nachmittag eröffnete Dr. Christian Keri mit einem Vortrag zu den „Aufgaben der Verpackungskoordinierungsstelle“, die unter anderem für die Kontrolle der Systeme sowie die Information der Verbraucher zuständig ist. Ihre Erfahrungen im Aufbau einer solchen Koordinierungsstelle legte Mag. Elisabeth Giehser, Geschäftsführerin der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle Austria GmbH, dar. „Alle Systeme sollten an einem Strang ziehen, um Kosteneffizienz herzustellen“, lautete ihr Ratschlag an die Beteiligten.

Welche Erwartungen aus Kundensicht an die Marktliberalisierung bestehen, erklärte Mag. Thomas Brosch, Geschäftsführer des KWIZDA Pharmahandels. Heute erfolge die Tarifermittlung nach starren Strukturen, die einen erheblichen Aufwand verursachten. Von dem Monopolende erwarte man als Inverkehrbringer günstigere Tarife, kundenorientierteren Service sowie einfachere Prozesse.

Eines der Highlights der Veranstaltung war der Vortrag von Wolf Lotter, Journalist und Mitbegründer des Wirtschaftsmagazins Brand Eins, zum Thema „Kapitalismus ist Bürgerpflicht?!“. Lotter beschrieb mit sehr viel Humor und Ironie die drei großen Ms „Monopole, Märkte und Moral“. Österreich sei das Paradies rechtlicher Monopole, referierte er. Ein Monopol beschäftige sich immer nur mit den Problemen des Monopols. Das größte Problem aber sei, dass es in einem Monopol keine Innovationen und keine Wahl gebe. „Die einzige Möglichkeit, dem Markt zu dienen, ist, Monopole zu zerschlagen“, fasste er zusammen. An die Unternehmensvertreter appellierte er: „Markt ist eine Veranstaltung für Erwachsene.“ Unternehmen müssten selbstbewusst sein, denn die Welt werde nicht davon besser, wenn man daran glaube, sondern nur, wenn man etwas tue.

Das abschließende Get-together diente dazu, die Themen des Tages weiter zu vertiefen und Kontakte zu knüpfen.